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Kressmann Taylor, Adressat unbekannt 

Oktober 3, 2015

  
Ein großer Briefroman, der keine 100 Seiten hat. 

Die US-amerikanische Autorin Kressmann Taylor (1903-1996) veröffentlichte dieses Buch 1938. 

Wenig mehr als eine Stunde brauchte ich, um dieses Werk zu lesen, es sind da zwei Männer, dereinst beste Freunde, mit einer eigenen Kunstgalerie in San Francisco, einer heißt Max Eisenstein und ist jüdischer Geschäftsmann, der andere heißt Martin Schulse, er zieht 1932 mit seiner Familie nach München, Martin und Max schreiben sich anfangs die herzlichsten Briefe, ihre Freundschaft scheint unzerbrechlich, selbst das Verhältnis, welches Martin mit der Schwester von Max, einer Theaterschauspielerin namens Griselle hatte, halten beide vor der Frau und der Familie von Martin geheim, bald schon bekundet Max am Ende eines Briefes seinen Kummer über die sich anbahnenden politischen Veränderungen in Deutschland, wenig später wird er Zeuge, wie auch Martin sich verändert, in München lebt er in angenehmen Verhältnissen, genießt es, gut angesehen zu sein und passt sich den Veränderungen an, er wird innert kürzester Zeit zu einem Mitläufer, der auf erschreckende Weise in seinen Briefen an Max seine sich wandelnden Ansichten darlegt, Max will zuerst noch glauben, dass all jene Äußerungen nicht Ausdruck der Gesinnung seines Freundes sind, sondern der Tatsache zugeschrieben werden müssen, dass dieser in solchen Zeiten derart sich geben muss, er bittet ihn, sich ihm dahingehend zu offenbaren, allein Martin bricht mit Max und fordert die sofortige Beendigung des Briefwechsels, selbst als Griselle, die Schwester von Max, eine Rolle an einem Theater in Berlin annimmt und Max daher voller Sorge ist um seine Schwester und Martin bittet, alles dafür zu tun, dass ihr nichts passiert, schweigt dieser vorerst, die Geschehnisse spitzen sich mehr und mehr zu, wir werden Zeuge, wie der Schmerz Max dazu bringt, sich aus der Ferne mit Worten zu wehren. 

Worte, die ihm blieben, als es ihm die Sprache verschlug. 

„Adressat unbekannt“ – unbedingt lesen.  

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