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Ein falsches Jahrhundert 1

November 21, 2012

Bäckerin: Was ist denn nun los?
Ich: Wir sind im falschen Jahrhundert erwacht.
Bäckerin: Wie geht es weiter?
Ich: Ich weiss es doch auch nicht.
Bäckerin: Es ist die Vergangenheit.
Ich: Ich vermute wir sind im 19. Jahrhundert.
Bäckerin: Das kann doch nicht wahr sein.
Ich: Wir müssen einen Menschen finden.
Bäckerin: Da vorne läuft wer.
Ich: HALLO. Ja. Sie da.
Der Mensch: Wesenthalben erfrechen Sie sich, dergestalt lauthals nach mir zu rufen?
Ich: Welches Jahr schreiben wir?
Der Mensch: Wie meinen Sie das?
Bäckerin: Und wo sind wir?
Der Mensch: Jener Ort, allwo wir hier weilen, heißt Anderwärts.
Bäckerin: Wir sind in Anderwärts?
Der Mensch: Sehr wohl.
Ich: Und wer sind Sie?
Der Mensch: Edgar.
Bäckerin: Hallo, Edgar.
Edgar: Sind Sie Lady Ligeia? Und wer ist der Herr da neben Ihnen?
Bäckerin: Ich bin keine Lady und das da ist *****.
Ich: Sie frugen meine Begleiterin, ob sie Lady Ligeia sei, demnach sind Sie Edgar Allan Poe?
Edgar: Höchstselbst.
Ich: Wie kann das sein?
Edgar: Nun, wir sind in Anderwärts.
Ein Mann mit Bart: Ah, guten Morgen die Herrschaften.
Edgar: Guten Morgen, Herr Nietzsche – recht früh auf den Beinen.
Ich: Nietzsche? Friedrich Nietzsche? Sie dürften noch gar nicht so alt sein, sie werden nie Edgar Allan Poe begegnen.
Nietzsche: Oh, ein Narr – der glaubt, dass die Zeit und der Raum hier in Anderwärts Bedeutung haben.
Bäckerin: Ihr Bart ist lustig.
Nietzsche: Und wer sind Sie, wenn ich fragen darf?
Bäckerin: Die Bäckerin.
Edgar: Sie wissen, wer Sie nicht sind, Sie wissen, wer Sie sind, Sie scheinen die Klüger zu sein.
Nietzsche: Eine kluge Frau, die einen Narren bei sich hat – ich hoffe, sie beide bleiben länger hier.
Ich: Wir kommen aus der Zukunft.
Nietzsche: Köstlich, dieser Narr, schlicht und amüsant.
Edgar: Sie kommen aus der Zukunft? Darüber werden wir noch zu reden haben.
Nietzsche: Kommen Sie, mein teuerster Allan Poe, man sagt, im Buchladen von Madame Beach sei ein neuer Roman von diesem Balzac eingetroffen.
Edgar: Ach je, dieser Balzac schreibt, als hänge sein Leben davon ab – da jagt ein Buch das nächste.
Nietzsche: Ja, diese Vielschreiber – es ist ein Kreuz mit ihnen.
Edgar: Das ausgerechnet Sie nun das Kreuz erwähnen – zu drollig!
Nietzsche & Poe: Ha. Ha. Ha. Ha. Ha.
Bäckerin: Na, das kann ja heiter werden.
Ich: Irgendwas stimmt hier nicht.

Fortsetzung folgt.

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2 Kommentare
  1. Herrlich! Ich hoffe, die Abenteuer in Anderwärts gehen noch ein bisschen weiter : )

  2. Das zu lesen ist ein köstliches Amusement!

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