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Heute Morgen

April 14, 2012

Da kann man, so trüb der Tag sich zeigt, den Weg, den man immer und immer geht, beschauen und sieht, wie die Menschen vom Grau sich kaum lösen, kein Lächeln, nur Unmut, sie schlendern auch nicht, sie werden gezogen, von wem, wovon, wohin – weiss ich nicht, wer kann wohl sagen, mit Gewissheit sagen, welche Drangsal, welcher  Trieb die Leute lenkt, wenn nun noch Regen einsetzt, ist alles vorbei, was sie wollen und wofür sie sich aufreiben, ist vielleicht nicht einmal miteinander bekannt, da ist die Pfütze, da der große Schritt, die Schuhe haben schließlich Geld gekostet, ein Kind wird am Arm hinterher gezogen, so schnell, wie die Mutter vorwärts möchte, kann – und ich hoffe so sehr – will das Kleine gar nicht, an der Trinkhalle stehen die wahren Philosophen, als sie jung waren, öffneten sie ihre Bierflaschen noch mit den Zähnen, heute, süffeln sie müde und nennen mich Kleiner, was ich sehr gern mag, (mich nennt sonst eigentlich niemand irgendwas), außerdem ist heute Markttag, adrette junge Ehemänner wählen sorgfältig Strauchtomaten aus, nach welchen Richtlinien bloß, zur Sicherheit werden noch Blumen gekauft, da! jetzt nieselt es, hupen für den besten Parkplatz, die Apotheke hat ein Thermometer draußen dran, aber das geht nicht, ein Hundekopf guckt aus der der Tasche und wundert sich, das Frauchen ist dick und geschminkt, am Gehsteig liegt ein Lederhandschuh, bestimmt gibt es morgen im Frühnebel ein Duell, lacht das Mädchen da vorn etwa laut oder habe ich mich bloß verhört, die Frau mit dem Fischbrötchen sieht aus, als denke sie an Sylvia Plath …

Vielleicht sind es unsere Ziele, die uns traurig machen, vielleicht lässt uns die fehlende Zeit die Traurigkeit gar nicht mehr wahrnehmen, vielleicht bin ich auch nur ein weltfremder Spinner, unzeitgemäß, mit einem knurrenden Magen.

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4 Kommentare
  1. Claudia Vamvas permalink

    Mir ist fast, als hätte ich den Spaziergang mitgemacht, so leibhaftig sah ich die Szenen vor mir.

  2. Andre permalink

    Wohltuend offen gesehen. Ich denke…

    Unsere Gesellschaft macht ihre Mitglieder zunehmend traurig und rastlos. Ihre Ziel ist nicht die Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und die Muße zum reflektieren. Erfolgreich sind die Menschen mit Eigenschaften, welche wir nicht als gut bezeichnen, wenn wir über uns nachdenken.

    Ihr Artikel zeugt von offenen Augen und regt hoffentlich zum weiterdenken an.

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